Prof. Dr. Burghard Piltz, (BDPHG, Gütersloh)
Neue Entwicklungen im UN-Kaufrecht (2000),

in: Neue Jurustische Wochenschrift (NJW) 2000, Heft 8, S. 553-560.

Neue Entwicklungen im UN-Kaufrecht(*)
Rechtsanwalt Dr. Burghard Piltz, Gütersloh

Zwischenzeitlich sind weltweit über 500 Entscheidungen bekannt, die das UN-Kaufrecht ansprechen. Deutliche Schwerpunkte in der Entscheidungspraxis sind nach wie vor der Anwendungsbereich des UN-Kaufrechts, im Zusammenhang mit der Lieferung vertragswidriger Ware aufkommende Rechtsfragen sowie die Konsequenzen säumiger Zahlung des Kaufpreises. Der nachstehende Beitrag stellt den derzeitigen Stand der Vertragsstaaten dar, gibt Hinweise zu aktuellen Arbeitsmitteln und fasst in Anlehnung an die Gliederungskriterien der vorangegangenen Beiträge (NJW 1994, 1101, und NJW 1996, 2768) seitdem weiter zugänglich gewordene, in- und ausländische Rechtsprechung zusammen.

I. Vertragsstaaten


Das Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 11. 4. 1980 über Verträge über den Internationalen Warenkauf (UN-Kaufrecht bzw. CISG) (1) ist nach dem Stand vom 14. 12. 1999 von den nachstehend aufgeführten, insgesamt 57 Staaten ratifiziert bzw. angenommen worden, wobei zum Teil Vorbehalte erklärt wurden (2):
  • Ägypten, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Argentinien, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse)
  • ;
  • Australien, in Kraft seit 1. 4. 1989, das Übereinkommen gilt nicht für die Weihnachtsinsel, die Kokosinseln und die Ashmore- und Cartier-Inseln;
  • Belgien, in Kraft seit 1. 11. 1997;
  • Bosnien-Herzegowina, in Kraft seit 6. 3. 1992;
  • Bulgarien, in Kraft seit 1. 8. 1991;
  • Burundi, in Kraft seit 1. 10. 1999;
  • Chile, in Kraft seit 1. 3. 1991, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • China, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalte gem. Art. 95 (keine Anwendung von Art. 1 I lit. b) und Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • Dänemark, in Kraft seit 1. 3. 1990, Vorbehalte gem. Art. 92 I (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluss) und Art. 94 CISG (keine Anwendung im Verhältnis zu Finnland, Norwegen, Schweden und Island), keine Anwendung für die Färöer und Grönland;
  • Deutschland, in Kraft seit 1. 1. 1991 (3), jedoch Ausschluss der Anwendung nach Art. 1 I lit. b, wenn die Regeln des Internationalen (S. 554)Privatrechts zur Anwendung des Rechts eines Vertragsstaates führen, der einen Vorbehalt nach Art. 95 CISG erklärt hat (Art. 2 Vertragsgesetz) (4);
  • Ecuador, in Kraft seit 1. 2. 1993;
  • Estland, in Kraft seit 1. 10. 1994, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • Finnland, in Kraft seit 1. 1. 1989, Vorbehalte gem. Art. 92 I (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluss) und Art. 94 CISG (keine Anwendung im Verhältnis zu Dänemark, Island, Norwegen und Schweden);
  • Frankreich, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Georgien, in Kraft seit 1. 9. 1995;
  • Griechenland, in Kraft seit 1. 2. 1999;
  • Guinea, in Kraft seit 1. 2. 1992;
  • Irak, in Kraft seit 1. 4. 1991;
  • Italien, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Jugoslawien, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Kanada, in Kraft seit 1. 5. 1992, seit 1. 2. 1993, ohne Vorbehalte;
  • Kirgistan, in Kraft ab 1. 6. 2000;
  • Kroatien, in Kraft seit 8. 1. 1991;
  • Kuba, in Kraft seit 1. 12. 1995;
  • Lesotho, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Lettland, in Kraft seit 1. 8. 1998;
  • Litauen, in Kraft seit 1. 2. 1996, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • Luxemburg, in Kraft seit 1. 2. 1998;
  • Mauretanien, in Kraft ab 1. 9. 2000;
  • Mexiko, in Kraft seit 1. 1. 1989;
  • Moldau, in Kraft seit 1. 11. 1995;
  • Mongolei, in Kraft seit 1. 1. 1999;
  • Neuseeland, in Kraft seit 1. 10. 1995, keine Anwendung für die Cook-Inseln, Niue und Tokelau;
  • Niederlande, in Kraft seit 1. 1. 1992;
  • Norwegen, in Kraft seit 1. 8. 1989, Vorbehalte gem. Art. 92 (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluss) und Art. 94 CISG (keine Anwendung im Verhältnis zu Dänemark, Finnland, Island und Schweden);
  • Österreich, in Kraft seit 1. 1. 1989;
  • Peru, in Kraft ab 1. 4. 2000;
  • Polen, in Kraft seit 1. 6. 1996;
  • Rumänien, in Kraft seit 1. 6. 1992;
  • Russland, in Kraft seit 24. 12. 1991, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • Sambia, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Schweden, in Kraft seit 1. 1. 1989, Vorbehalte gem. Art. 92 I (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluss) und Art. 94 CISG (keine Anwendung im Verhältnis zu Dänemark, Finnland, Island und Norwegen);
  • Schweiz, in Kraft seit 1. 3. 1991, Liechtenstein ist kein Vertragsstaat (5);
  • Singapur, in Kraft seit 1. 3. 1996, Vorbehalt gem. Art. 95 CISG (keine Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Slowakei, in Kraft seit 1. 1. 1993, Vorbehalt gem. Art. 95 CISG (keine Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Slowenien, in Kraft seit 25. 6. 1991;
  • Spanien, in Kraft seit 1. 8. 1991;
  • Syrien, in Kraft seit 1. 1. 1988;
  • Tschechische Republik, in Kraft seit 1.1.1993, Vorbehalt gem. Art. 95 CISG (keine Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Uganda, in Kraft seit 1. 3. 1993;
  • Ukraine, in Kraft seit 1. 2. 1991, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • Ungarn, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse);
  • Uruguay, in Kraft ab 1. 2. 2000;
  • USA, in Kraft seit 1.1.1988, Vorbehalt gem. Art. 95 CISG CISG (keine Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Usbekistan, in Kraft seit 1. 12. 1997;
  • Weißrussland, in Kraft seit 1. 11. 1990, Vorbehalt gem. Art. 96 CISG (Formerfordernisse).
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