Prof. Dr. Burghard Piltz, (BDPHG, Gütersloh)
Neue Entwicklungen im UN-Kaufrecht (1996),

in: Neue Jurustische Wochenschrift (NJW) 1996, Heft 42, S. 2768-2773.

Neue Entwicklungen im UN-Kaufrecht
Rechtsanwalt Dr. Burghard Piltz, Gütersloh

Seit der letzten Darstellung zum UN-Kaufrecht in NJW 1994, 1101 sind ca. 150 weitere Gerichtsurteile bekannt geworden. Deutliche Schwerpunkte in der Entscheidungspraxis sind der Anwendungsbereich des UN-Kaufrechts, die Untersuchungs- und Rügeobliegenheiten des Käufers, das Recht des Käufers zur Aufhebung des Vertrages wegen vertragswidriger Lieferung des Verkäufers und die Pflicht des Käufers zur Zahlung von Zinsen. Der nachstehende Beitrag faßt den derzeitigen Stand der Vertragsstaaten zusammen und stellt die seit 1994 zugänglich gewordene in- und ausländische Rechtsprechung in systematischer Aufbereitung dar.

I. Vertragsstaaten


Das Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 11. 4. 1980 über Verträge über den Internationalen Warenkauf (UN-Kaufrecht bzw. CISG) (1) ist nach dem Stand von Juli 1996 in den nachstehend aufgeführten Staaten geltendes Recht (2). Auf die von einzelnen Nationen erklärten Vorbehalte zur Anwendung des UN-Kaufrechts ist jeweils hingewiesen:
  • Ägypten, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Argentinien, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalt gem. Art 96(Formerfordernisse);
  • Australien, in Kraft seit 1. 4. 1989, das Übereinkommen gilt nicht für die Weihnachtsinsel, die Kokosinseln und die Ashmore- und Cartier-Inseln;
  • Bosnien-Herzegowina, in Kraft seit 6. 3. 1992
  • Bulgarien, in Kraft seit 1. 8. 1991
  • Bundesrepublik Deutschland, in Kraft seit 1. 1. 1991 (BGBl I 1990, 1477), jedoch Ausschluß der Anwendung nach Art. 1 I lit. b, wenn die Regeln des Internationalen Privatrechts zur Anwendung des Rechts eines Vertragsstaates führen, der einen Vorbehalt nach Art. 95 erklärt hat (Art. 2 Vertragsgesetz);
  • Chile, in Kraft seit 1. 3. 1991, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse);
  • China, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalte gem. Art. 95 (kein Anwendung von Art. 1 I lit. b) und Art. 96 (Formerfordernisse);
  • Dänemark, in Kraft seit 1. 3. 1990, Vorbehalte gem. Art. 92 (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluß) und Art. 94 (keine Anwendung im Verhältnis zu Finnland, Norwegen, Schweden und Island), keine Anwendung für die Färöer und Grönland;
  • Ecuador, in Kraft seit 1. 2. 1993
  • Estland, in Kraft seit 1. 10. 1994, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse);
  • Finnland, in Kraft seit 1. 1. 1989, Vorbehalte gem. Art. 92 I(Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluß) und Art. 94 (keine Anwendung im Verhältnis zu Dänemark, Island, Norwegen und Schweden);
  • Frankreich, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Georgien, in Kraft seit 1. 9. 1995
  • Guinea, in Kraft seit 1. 2. 1992
  • Irak, in Kraft seit 1. 4. 1991
  • Italien, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Jugoslawien, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Kanada, in Kraft seit 1. 5. 1992, seit 1. 2. 1993 ohne Vorbehalte;
  • Kuba, in Kraft seit 1. 12. 1995
  • Lesotho, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Litauen, in Kraft seit 1. 2. 1996, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse);
  • Mexiko, in Kraft seit 1. 1. 1989
  • Moldau, in Kraft seit 1. 11. 1995
  • Neuseeland, in Kraft seit 1. 10. 1995, keine Anwendung für di Cook-Inseln, Niue und Tokelau;
  • Niederlande, in Kraft seit 1. 1. 1992
  • Norwegen, in Kraft seit 1. 8. 1989, Vorbehalte gem. Art. 92 (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluß) und Art. 94 (keine Anwendung im Verhältnis zu Dänemark, Finnland, Island und Schweden);
  • Österreich, in Kraft seit 1. 1. 1989
  • Polen, in Kraft seit 1. 6. 1996
  • Rumänien, in Kraft seit 1. 6. 1992
  • Rußland, in Kraft seit 24. 12. 1991, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse);
  • Sambia, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Schweden, in Kraft seit 1. 1. 1989, Vorbehalte gem. Art. 92 (Nichtanwendung der Regeln zum Vertragsabschluß) und Art. 94 (keine Anwendung im Verhältnis zu Dänemark, Finnland, Island und Norwegen);
  • Schweiz, in Kraft seit 1. 3. 1991
  • Singapur, in Kraft seit 1. 3. 1996, Vorbehalt gem. Art. 95 (kein Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Slowakei, in Kraft seit 1. 1. 1993, Vorbehalt gem. Art. 95 (kein Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Slowenien, in Kraft seit 25. 6. 1991
  • Spanien, in Kraft sei 1. 8. 1991
  • Syrien, in Kraft seit 1. 1. 1988
  • Tschechische Republik, in Kraft seit 1. 1. 1993, Vorbehalt gem Art. 95 (keine Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Uganda, in Kraft seit 1. 3. 1993
  • Ukraine, in Kraft seit 1. 2. 1991, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse);
  • Ungarn, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse);
  • USA, in Kraft seit 1. 1. 1988, Vorbehalt gem. Art. 95 (kein Anwendung von Art. 1 I lit. b);
  • Weißrußland, in Kraft seit 1. 11. 1990, Vorbehalt gem. Art. 96 (Formerfordernisse).
Aber auch außerhalb der Vertragsstaaten wird das UN-Kaufrecht angewandt, wenn etwa die bei dem angerufenen Gericht geltenden Vorschriften des Internationalen Privatrechts auf die Rechtsordnung eines Staates verweisen, der Vertragsstaat des UN-Kaufrechts ist (3). (S. 2769)

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